07. 5. 2016

Geburt einer Homepage

Im Rückblick: Der Tag, an dem meine Homepage online geht, rückt näher und näher. Ich fühle mich wie bei der Geburt unserer Kinder und finde mich in einem ständigen Wechselbad der Gefühle und Wahrnehmungen. Brausende Vorfreude und zappelnde Ungeduld, das Baby endlich in die Welt zu lassen, wechseln sich ab mit Unruhe, Panik und entspannter Gelassenheit, dass ein jedes Ding seine Zeit hat. Ich kann mir selbst dabei zuschauen, wie ich im Urvertrauen bade und plötzlich springt völlig panisch mein innerer Zweifler auf die Bühne und will mich da rauszerren. Mit rein in meine Wanne will er gerade nicht. Was alles passieren könnte, wenn ich den Schritt in die Sichtbarkeit wirklich wage. Und ob ich denn wahnsinnig wäre. Diese Gefahr – dunkel und mächtig. Ich höre die Angst mit ihren Ketten rasseln. Ich höre die uralten Gedanken raunen „der Grashalm, der aus der Wiese ragt – den köpft die Sense..“…Etwas in mir kichert und kann den Spruch nicht mehr wirklich ernst nehmen. Ich kann fühlen, wie sich das Monster mitten in meinem Badezimmer um meine schöne Badewanne des Vertrauens aufbauscht, je mehr Aufmerksamkeit ich hingebe. Ich spiele damit. Ich lausche meinem Zweifler und seiner Angst. Ich habe Angst, dass mich jemand auslacht und meine Ideen zu kindisch findet. Ich habe Angst, dass meine Fachkollegen sagen, es ist Bullshit, was ich da schreibe und sie mich als Traumtänzer abwerten. Hah, wieder ein Gedanke aus meiner Kindheit „wer hoch fliegt, wird tief fallen..“. Ich habe Angst, eine Bruchlandung zu machen. Ich habe Angst, dass jemand meine Homepage nicht mag und sie doof und hässlich findet, zu bunt und nicht klar genug. Wo bleibt da die professionelle Seriosität Frau Kollegin? Und weil das nicht reicht, kommt noch mein innerer Anspruch mit ins Badezimmer während sich mein Körper weiter in seiner Wanne des Vertrauens mehr und mehr entspannt und interessiert das Spiel der Gedanken und Gefühle in sich beobachtet. „Es ist noch nicht perfekt, es ist alles noch nicht wesentlich genug und viel zu lang. Es geht doch noch viel besser. Wesentlicher. Die Synthese von Wort und Grafik ist noch nicht stimmig.“ Und so geht die Litanei von Angst und Zweifel ewig dahin. Ich habe jetzt keine Lust mehr, ihnen zu lauschen. Ja, das alles kann und wird passieren. Ja, das alles stimmt irgendwo für irgendwen. Na und? Nichts davon ist jetzt real. Alles nur Blubberblasen in meinem Kopf. Was wäre, wenn es auch richtig schön wird da draußen? Wir wissen es doch gar nicht. Kritiker und Zweifler gucken blöd und sind verunsichert. Das ist ja das Problem, dass wir es nicht wissen. Das ist wie Springen, ohne zu wissen wohin. Ich nehme die beiden ganz liebevoll in mein Herz. Mein Leben trägt und liebt mich. Mein Atem ist immer da. Da kann ich auch springen. Der atmet einfach weiter. Immer. Und wenn ich irgendwann nicht mehr atme, ist das mit der Homepage auch schnurz. Jetzt atme ich. Jetzt lebe ich. Ich bade in den angenehmen Bildern meiner Zukunft. Ich schenke ihnen meine Kraft und meinen Atem. Und lasse los. Falle kopfüber in meine Badewanne. Gehe unter. Meine Homepage ist eine Quelle der Inspiration und der Freude. Yes! Ich will raus. Jetzt. Ich will ein Leuchtturm von vielen auf dieser Welt sein und das, was ich bin, offenherzig verschenken. Volle Kanne. Ich will das Leben ganz trinken, so wie unsere Kinder sich an meiner Brust genährt haben. Ich bin schön und mit all meinem Sein vollkommen. Und da bin ich mir ausnahmsweise mal sicher. Und deshalb darf diese wundervolle Homepage jetzt ans Licht. Sie ist ein gemeinsames Wunderwerk der Schöpfung. Irgendwie ist es unsere Homepage. Ein Baby vieler Schöpfer. Danke an euch für Alles und noch viel mehr davon. Ich tauche tief in meine Badewanne, die sich wie von selbst wandelt und zum weiten stillen Ozean wird. Hole noch einmal den Atem meines Lebens auf dem Grund meiner Seele für die letzte Wehe. Ich stoße mich fest vom Boden meines Seins ab und lasse mich durch die Wasseroberfläche führen. Für einen Moment Stille. Ein Lied der Freude bricht sich Bahn. Ich schaue mich um. Staunen. Wow. Herzlich Willkommen du meine liebe Homepage – schön, dass du da bist. Ich freue mich auf unser gemeinsames Wachsen, Werden und Blühen zur Freude aller. Tränen des Glücks schenken sich mir. Genau wie bei der Geburt unserer Kinder. Dankbar.