16. 4. 2017

In Würde

Heute morgen bin ich früh aufgewacht, um der Sonne beim Erwachen zuzuschauen. Ostern und die Wochen davor ist für mich eine besondere Zeit und berührt mich sehr. Jedes Jahr fühle ich den Prozess in mir, wieder ein Stück weit mehr ins Leben hinein zu sterben, mich Allem was ist hinzugeben, um dann in meiner vollen Würde wieder aufzuerstehen.

 

Durch viele Verletzungen, Traumata und unsere Geschichte scheint es manchmal so schwer, sich wieder aufzurichten. Scheint das Kreuz so schwer zu tragen, zerreisst uns der Schmerz unserer Ohnmacht und das Gefühl, vom Leben und der Liebe getrennt zu sein. Sind wir gefangen in der Dunkelheit unserer Seele.

 

Ich bin als Jungpionier aufgewachsen und hatte als Kind wenig Bezug zum Christentum oder anderen Weltanschauungen. Heute ist diese Zeit für mich heilig. Es ist die Zeit der Hingabe an meine Passion, ein Raum des Erwachens und Erblühens. Die Zeit, in der bei allen Zweifeln und Ängsten, die mich manchmal im Alltag ergreifen tief in mir mein fester Glaube atmet, dass das Leben für uns ist und dass wir geboren sind, uns in Würde aufzurichten und zu erstrahlen. Und so befreie ich heute voller Freude meinen Lebensfluss von den Eisresten des Winters und rufe hinaus „Ich bin da.“ Neu geboren. Volle Frühlingskraft voraus.

 

Von Herzen wünsche ich dir ein dich sanft erlösendes Osterfest. Und wenn du magst, probier es gleich aus. Stell dich auf deine wunderbaren Füße, spür dich, nimm einen tiefen Atemzug und richte dich vom Grund deiner Wirbelsäule auf. Wirbel für Wirbel, Atemzug um Atemzug. Leg deine Hände auf dein Herz und halte dich voller Vertrauen. Feel free. Tanze. Atme.

 

Immer, jeden Tag. Dafür muss nicht Ostern sein. Das geht, wenn du es willst. Jeden Tag. Auferstehung ist immer Jetzt.