25. 4. 2017

Berührung mit Macht

Gwynnefer Kinne hat zur Blogparade zum Thema Dominanz aufgerufen. Und dieser Einladung folge ich gern. Wenn du sexuell traumatisiert bist, sei bitte ganz achtsam beim Lesen dieses Textes, er könnte dich triggern. Pass gut auf dich auf und hör sofort auf, wenn du deine Füße nicht mehr spürst oder dich seltsam fühlst.

 

Macht war für mich eng verbunden mit Machtmissbrauch und Ohnmacht. Dieses Wort „Macht“ allein hat mir lange Jahre Gänsehaut verschafft und aus dem täglichen Erleben und Bezeugen so grausamer Folgen von Machtmissbrauch in meiner Arbeit als Traumatherapeutin, bin ich lang herumgeschifft, meine weibliche Macht anzuschauen, zu spüren und ihr bedingungslos zu folgen. Zu groß war die Angst, selbst Täterin zu sein, Fehler zu machen, aus Unachtsamkeit oder Freude an meiner Macht anderen Menschen zu schaden. Aus dieser Angst heraus, habe ich mich oft zurückgehalten, meinen Mund nicht aufgemacht oder ihn an der unpassenden Stelle aufgemacht, obwohl doch meine innere Stimme ganz klar war, wann es Zeit ist, zu schweigen und wann zu handeln. Ebenso bewegten mich unser sozialhistorisches Erbe als Deutsches Volk zum Thema Führung und Führer sein. Wie oft raunte der Satz in mir „Nie wieder.“

 

Heute gehe ich in meine Kraft, so gut ich kann. Bereit zu scheitern und bereit, Fehler zu machen. Für mich ist es heute wichtiger, Verantwortung und damit Führung zu übernehmen als aus Angst meine Kraft zu deckeln. Und diese Kraft ist nicht immer laut oder hart. Sie ist wie ich. Verspielt, wechselhaft, zyklisch wie Ebbe und Flut. Darin bin ich eine Frau und folge meinem Rhythmus und meinem inneren Puls. Ich lebe meine Macht und folge meinen Impulsen. Bitte verwechsle das nicht mit Impulsivität!

 

Ich möchte euch heute ein Buch ans Herz legen, von dem ich sehr viel über Dominanz gelernt habe. Das Meiste über Macht habe ich aus diesem Buch  von einer Domina gelernt, einer wunderbaren Frau, die als Kind missbraucht wurde und von meinen Patienten, die ihre Sexualität in der BDSM-Welt leben. Es ist Zeit, dass das Dunkle ans Licht darf. Es ist Zeit, dass wir unsere Bewertungen, was richtig und falsch ist in Frage stellen. Für eine freie und würdevolle Sexualität. Dafür setze ich mich mit meiner Macht ein. Als Frau und freies Wesen. Macht bedeutet für mich, das Vertrauen des anderen zu achten und zu behüten wie ein unendlich zartes Wesen. Macht bedeutet für mich, wirksam zu sein für Menschen und für unsere Entwicklung als Menschheit. Macht bedeutet für mich Hingabe an mich selbst und an  einen anderen Menschen. Wirklich Macht hat der, der sich voll hingibt im Vertrauen, das er sicher ist. Geborgen im Leben. Geborgen in meinen Händen. In der Auseinandersetzung mit meiner Kraft lerne ich jeden Tag, wie wichtig es ist, zu kommunizieren, meine Bedürfnisse und Wünsche zu äußern, meine Grenzen klar zu bewahren und mich selbst in Liebe zu schützen und zu fördern.

Eine wahre Domina dient.

 

 

Wenn du Bock auf eine Leseprobe hast, findest du sie hier:

https://issuu.com/leo-verlag/docs/alani_stilettofrau_leseprobe

Was tust du heute, um dich selbst zu ermächtigen?