20. 7. 2016

Umzug oder Aufbruch

 

Wir ziehen gerade um. Mit Sack und Pack, mit Mann und Maus. Na gut die Mäuse sind unsere Kaninchen. Und die Zeit reicht nie, es ist jeden Tag noch mehr zu tun als sonst. Zumindest denke ich das. Ich blühe auf, denn ich liebe diesen Zauber des Neuanfangs. Da kann ich das auch gerade prima üben mit dem Prioritäten setzen, Annehmen was ist, alles fühlen, Selbstdisziplin und Freude spüren…Leben. Ich höre mich selbst immer wieder mal sagen „Atmen“ und sehe meine Patienten lachen, denen ich das auch gern sage. Anhalten und Stille tanken inmitten des lebendigen Sternenfeuerwerks, zu dem manche Menschen Chaos sagen…Atmen. Vor Glück kommen mir immer mal die Tränen und manchmal bekomme ich Schweißausbrüche. Meistens weil ich etwas noch nicht finde. Dann stehen Freunde vor der Tür. Inmitten von Kisten und Kästen. Haben komplett mal alles mit zum Feiern und Grillen. Herzlich Willkommen.  Mein Herz geht auf. Und die Zeit steht still. Und wir wissen, warum wir wieder hier her wollten. Weil hier unser zu Hause ist und dort, wo wir herkommen, war es das irgendwie nicht mehr. Es brauchte einen Aufbruch. Etwas ist gebrochen – vielleicht das was dort bleibt. Es bleibt eine Brücke zwischen dort und hier. Etwas beginnt neu. Wir sind hier, weil wir hier willkommen sind und weil etwas uns gerufen hat. Sehnsucht?

 

Weil die Zeit läuft und einfach immer da ist, weil das Leben pulst und ab und an innehält. Wenn ich morgens meine Yogamatte ausrolle. Wenn die Nachbarskatze neben mir schläft und schnurrt. Wenn Freunde vor der Tür stehen. Wo bist du gerade jetzt zu Hause? Und wo braucht es vielleicht einen Aufbruch in dir? Du musst ja nicht gleich umziehen….