16. 9. 2016

Die Spinne der Achtsamkeit

 

In der goldenen Morgensonne beobachte ich die zarten Netze der Spinnen. Die ganze Nacht haben sie gesponnen, gewebt und sind tänzelnd an ihren Fäden auf- und abgeschwebt, hin und her gekreuzt.

Spinnen sind für mich Künstlerinnen des Lebens. Und gerade jetzt in diesem bunten Altweibersommer sind ihre Werke überall deutlich sichtbar. Glitzernd hängen die Tautropfen sacht in ihren Netzen. Die Spinne ist eine Weberin, sie lässt sich nicht beirren in ihrem Tun. So oft ihre Netze auch beschädigt oder gar zerstört werden, sie fängt immer wieder neu an. Tag um Tag und Stunde um Stunde. Sie hält an ihrem Faden fest, den sie aus sich selbst erschafft. Zielstrebig und klar sind ihre Kunstwerke.

Heute lehrt sie mich Achtsamkeit und Geduld. Ihre sanfte Kraft schenkt mir den Glauben, in allen emotionalen Wellen meinen Fokus zu halten. Sie lehrt mich Berührung und Umgang mit meiner Kraft. Kommt ein großer Sturm, der ihre Fäden berührt zieht sie sich blitzschnell zurück und verlässt das, was sie soeben erschaffen hat. Sie hält nicht fest an dem, was eben noch war. Und ist es nur eine leise Berührung des Windes, so schwebt die Spinne in ihrem Netz, hält sicher ihre Balance und nutzt den Antrieb der Luft um weiter zu spinnen und zu weben. Sie nutzt all ihre praktische Erfahrung, um ihr Ziel zu erreichen. Sanft und geduldig. Sie ist eine Meisterin der Resilienz.

 

Ich wünsche dir einen fokussierten Tag in Geduld und Balance.